Kreisjagdverein Schlüchtern e.V.
Kreisjagdverein Schlüchtern e.V.

Bericht des  Kreisjagdberater Altkreis Schlüchtern anlässlich der Jahreshauptversammlung des KJV Schlüchtern 2015

 

 

Kreisjagdberater

Hans-Peter Fuß

referiert vor den

Versammlungs-

teilnehmern

 

Sehr geehrter Vorstand, sehr geehrter Ehrengäste, Gäste,                                       verehrte Jägerinnen und Jäger,

ein Bericht ist zeitlich immer „rückblickend“.  Vorausschauend können allenfalls die Lehren aus gesammelten Erfahrungen sein und deren Anwendung zum Zweck einer besseren Zukunft.

Meinen Redebeitrag als Kreisjagdberater habe ich  überschrieben mit dem Titel:                       

„Im Westen nichts Neues!“

Der Titel  ist uns durch den Roman von Erich Maria Remarque, der die Schrecken des Ersten Weltkriegs aus der Sicht eines jungen Soldaten schildert, bekannt.   Die Hauptfigur des Romans fällt kurz vor Kriegsende an einem sehr ruhigen Tag. Der Heeresbericht meldet, es gebe im Westen nichts Neues.

Im übertragenen Sinn hatte das Berichtsjahr des Kreisjagdberaters einen  „normalen“ Verlauf.

° Dabei waren, wie in jedem Jahr, die bei der Jagdbehörde angezeigten Schonzeitvergehen zu begutachten.                                                                    Bemerkenswert dabei ist, dass derartige Ordnungswidrigkeiten offensichtlich nur von den Forstämtern korrekt gemeldet werden.  Von Privatpächtern liegen mir keine Anzeigen vor.   Auch nicht von Einzeljägern im Sinne einer Selbstanzeige. 

 

° Zu Anträgen über Angliederungen oder Abrundung von Jagdpachtbereichen  waren Stellungnahmen abzugeben.

 

° Zu neuen Pachtverträgen oder Pachtvertragsverlängerungen oder   Pachtvertragsänderungen waren Stellungnahmen anzufertigen.

 

° Zu  Anzeigen von Verstößen gegen das Hessische Jagdgesetz                                             § 30:“Wildfütterung waren Stellungnahmen abzugeben.

° Abschussplanüberschreitungen in Tateinheit mit nicht angezeigten Rotwildabschüssen waren zu bearbeiten.

 

Fazit: „ Alles wie die Jahre zuvor!“  /   „Im Westen nichts Neues!“

Soweit so gut!

 

Bei näherer Betrachtung ist jedoch eine beunruhigende Entwicklung erkennbar:

° Oben genannte Delikte (Ordnungswidrigkeiten und sonstige Verstöße gegen JG) betreffen überwiegend den gleichen Personenkreis, insbesondere den  gleichen Kreis an Revierverantwortlichen.

° Die Wiederholungstäterschaft ist eher zu- wie abnehmend.

° Behördliche Ahndungsmaßnahmen scheinen demzufolge nicht die erwartete Wirkung zu entfalten!

  • Das Unrechtsbewusstsein bei betroffenen Personen erscheint nicht sonderlich ausgeprägt zu sein.

° „Unwissenheit schützt bekanntlich nicht vor Strafe“ – Die Unwissenheit über die Anforderungen aus der Jagdgesetzgebung (JG) scheint größer zu werden  o d e r

° Das Unrechtsbewusstsein ist abnehmend.

Fazit aus den getroffenen Feststellungen:

° Ohne die verstärkte behördliche Überwachung bei der Durchführung der Jagdgesetzgebung bewegen wir uns auf eine Situation zu, die ich zugegebenermaßen etwas überspitzt dargestellt als „Anarchie“ im Jagdwesen bezeichne! Landläufig wird Anarchie auch mit einem durch die Abwesenheit von Staat und institutioneller Gewalt bedingten Zustand gesellschaftlicher Unordnung, beschrieben.

„Was ist zu tun?“   &   „Wer kann was tun?“

Sowohl Pächter wie Verpächter stehen in der Pflicht, das die  gesetzlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden! Im Bereich der Verpächter kommt den Jagdgenossenschaften (GJB) sowie den Verpächtern von Eigenjagdanteilen (EJB) eine besondere Rolle zu. Hierbei kann das Mittel der Wahl eine entsprechende   Gestaltung der Pachtverträge sein.

° Grobe Verfehlungen oder eine Häufung von beispielsweise „Ordnungswidrigkeiten“ (OWi) könnten zu Kündigungen des Pachtverhältnisses herangezogen werden.

Die Revierpächter könnten durch eine gesetzeskonforme Betriebsführung zur Verhinderung von „Kündigungsgründen“ beitragen.

Auch die zuständigen Behörden können ihre Rolle, im Rahmen der Durchführung der Gesetzgebung mehr Rechnung tragen.                                                                                          

° In diesem Zusammenhang kann ich Ihnen, meine Sehr verehrten Damen und Herrn, bereits heute und hier ankündigen, dass damit auch zu rechnen ist.

° Gehen Sie davon aus, dass zukünftig die untere Jagdbehörde, im Rahmen ihrer gesetzlichen Aufgabenzuweisung, mehr Präsenz zeigen wird.

 

Lassen Sie mich enden mit einem Voltaire-Zitat:

„Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung.

Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion.“

Jubilare 2018

 

Aktuelle Termine           des KJV, DJV, LJV und der Unteren Jagdbehörde

 

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© Jürgen A. Schmidt

Neue Wege zu beschreiten, heißt auch offen dem Neuen gegenüber zu sein!