Kreisjagdverein Schlüchtern e.V.
Kreisjagdverein Schlüchtern e.V.

Liebe Vorsitzende der hessischen Jagdvereine,

auch in diesem Jahr lud der LJV im Februar 2019 zu den Frühjahrs-Informationsveranstaltungen zum Niederwildmonitoring in Melsungen, Lich und Stockstadt ein. Neben den Ergebnissen der Hasentaxation 2018 und der Vorstellung des Stockentenmonitorings sorgte die erst kürzlich veröffentliche Schalenwildrichtlinie für rege Teilnehmerzahlen und reichlich Gesprächsstoff an allen drei Veranstaltungsorten.

Nach der Begrüßung und einer kurzen Einführung durch die LJV-Vizepräsidenten Dr. Rudolf Leinweber (Melsungen), Dr. Nikolaus Bretschneider-Herrmann (Lich) und Dieter Mackenrodt (Stockstadt) stellte  Dr. Stöveken vom LJV Hessen kurz die diesjährige „Flächendeckende Erfassung“ vor und bat alle Anwesende sich an diesem wichtigen und öffentlichkeitswirksamen Monitoringverfahren zu beteiligen. Im Anschluss referierte Wildbiologe Johannes Lang über die Ergebnisse der Hasentaxation im vergangenen Jahr. Fazit: Die Teilnahme an der Hasentaxation blieb seit 2016 stabil und die Datenqualität ist weiterhin gut.

Ein wichtiger Hinweis: Wer mit der Wärmebildkamera zählt, muss vom Zählergebnis 1/3 abziehen, damit die Ergebnisse mit der Scheinwerfertaxation vergleichbar sind.
 

Vorläufiges Ergebnis der Feldhasentaxation 2018

Als vorläufiges Ergebnis der Zählungen ergab sich eine Dichte pro 100 Hektar von 13,8 Hasen im Frühjahr und 16,4 Hasen im Herbst und somit ein stabiler Zuwachs von 22 %.
Im Jagdjahr 2017/2018 lagen insgesamt 3.753 Hasen auf der Strecke – der Fallwildanteil ist mit 53 % nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau.

In Hessen gibt es derzeit 3 Säulen des Niederwildmonitorings:

  1. Verpflichtende Zählung der Feldhasen mittels Scheinwerfertaxation und Meldung der Zähldaten an die Niederwildhegegemeinschaften (Bestandsermittlung auf Hegegemeinschaftsebene) zur Meldung an das HMUKLV (mit 200 € pro Hegegemeinschaft pro Jahr gefördert). Zur Erfassung im Revier kann der WILD-Bogen verwendet werden. Diesen Bogen bitte ausfüllen und nach der Frühjahrs- und Herbstzählung an Ihren Hegegemeinschaftsleiter senden.
    Wichtig: Wurde in Ihrem Revier oder Ihrer Hegegemeinschaft keine ausreichende Besatzdichte ermittelt, darf auf den Feldhasen nicht gejagt werden (§ 3 Abs. 3 Hessische Jagdverordnung).
  2. Revierbezogene Zählung in Referenzgebieten ebenfalls nach der Methode der Scheinwerfertaxation für das Wildtierinformationssystem der Länder Deutschlands (WILD). In ausgewählten Revieren werden die Frühjahrs- und die Herbstbesätze des Feldhasen gezählt und den LJV weitergeben, der diese in die Datenbank des Wildtierinformationssystems einfließen lässt. Die Zählung in den Referenzgebieten erfolgt unabhängig von der Hegegemeinschaft.

Flächendeckende Erfassung (FE), wird alle zwei Jahre durchgeführt. Teilnehmen kann und soll jedes Revier (Niederwild- sowie Hochwildreviere) bzw. jeder Revierverantwortliche. Dabei geht es um Einschätzung zu den in Ihrem Revier vorkommenden Arten. Diese müssen nicht mittels Scheinwerfer gezählt werden. Tragen Sie in den FE-Erfassungsbogen 2019 einfach die z. B. auf einer Revierfahrt oder beim Ansitz auch über einen längeren Zeitraum beobachteten und vorkommenden Wildarten ein.
 

Stockentenmonitoring

Die Ergebnisse der Bestandsdichten von Stockenten zeigen in einem kurzfristigen Trend eine starke Abnahme der Brutbestände und auch eine starke Abnahme der „Überwinterer“. Der Erhaltungszustand sei als „ungünstig bis schlecht“ einzuordnen. Die Jägerinnen und Jäger sollten daher das Monitoring ernst nehmen und die Jagdzeit als Anreiz für Hegemaßnahmen sehen.

Im Jagdjahr 2017/2018 wurden 3.455 Erpel und 2.708 Enten erlegt, dies entspricht einem Geschlechterverhältnis von 56:44. Ohne Altersgliederung bleibt der Anteil der adulten Enten weiter unklar. Es werden weiterhin Entenschwingen benötigt. Denn anhand des Mauserverlaufs kann das Alter einer Ente (diesjährig oder älter) bestimmt werden. Die Altersstruktur der Strecke gibt wichtige Hinweise auf den jährlichen Zuwachs. Ziel der Untersuchung der Entenschwingen sei die Entwicklung einer Anleitung, mit der hessische Jägerinnen und Jäger die Alterszusammensetzung der Entenstrecke selbst ermitteln können. Im Jahr 2018 seien nur 280 Schwingen eingegangen, benötigt werden aber 1.000 Schwingenpaare, um eine sichere Methodik der Altersbestimmung entwickeln zu können. Problem: Mit der geringen Anzahl an Schwingen kann weder eine Methode entwickelt, noch die Nachhaltigkeit der Strecke bestimmt werden.
 

Rebhuhnmonitoring

Die Methode des Rebhuhnmonitorings wurde ebenfalls von Lang erläutert. Die Einschätzung nach Vehören im Frühjahr und die Zählung von Ketten im Spätsommer bilden eine wichtige Datenbasis. Die Bejagungsschwelle liegt bei 3 Revierpaaren auf 100 Hektar bejagbarer Offenlandfläche im Frühjahr und einem Zuwachs von 250 % zum 1. September. Als Bejagungsempfehlung nennt er weniger als 15 % des Herbstbesatzes. Bejagt werden sollten nur Ketten, keine einzelnen Hühner oder Paare).

Beispiel:

Revier mit 500 Hektar Offenlandfläche

> 3 Paare/100 ha => 15 Revierpaare

+ 250 % Zuwachs => 105 Hühner (ca. 15 Ketten)

= Bejagung: 15 % = < als 15 Hühner

Im Ausblick auf das Monitoringjahr 2019 wird folgende Vorgehensweise empfohlen:

Beginn der Erfassung im Frühjahr 2019, die Daten aus zwei Zähljahren als Basis für die Entscheidung über eine Bejagung/Schonung ab Herbst 2020. Im Falle einer Jagdzeit: keine Daten = keine Jagd, die Datenweitergabe HG über UJB an OJB per Online-Eingabemöglichkeit. Die Auswertung/Evaluation erfolgt über den Arbeitskreis Wildbiologie der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Bitte zählen Sie
 

Flächendeckende Erfassung (FE 2019)

Ein weiteres wichtiges Thema war die im Frühjahr anstehende „Flächendeckende Erfassung“ – kurz auch „FE“ genannt, deren Zahlen in das Wildtierinformationssystem der Länder Deutschlands einfließen. Dr. Nadine Stöveken verteilte bereits auf der Veranstaltung die FE-Erfassungsbögen. Diese können auch einfach von der LJV-Homepage heruntergeladen und ausgedruckt werden. Teilnehmen kann jedes Revier bzw. jeder Jagdverantwortliche – unabhängig von den Hegegemeinschaften. Zur FE ist keine Zählung mit Scheinwerfern erforderlich!

Tragen Sie einfach die von Ihnen im Revier beobachteten Wildarten in den Erfassungsbogen ein und übermitteln diesen direkt per Post, Fax oder eingescannt per E-Mail an den LJV. Wir Jäger sind vor Ort in den Revieren und kennen die dort vorkommenden Wildarten. Dieses Wissen der Jägerschaft sollten wir auch nutzen! Die von Ihnen mitgeteilten Daten werden beim DJV in die WILD-Datenbank eingepflegt und dort anonym ohne Namens- oder Revierbezug statistisch aufbereitet. Mit diesem Wissen können wir gegenüber der Bevölkerung und der Politik informieren – aber auch argumentieren. Lassen wir uns dieses wichtige Instrument nicht von anderen Verbänden aus der Hand nehmen! Unser Ziel ist es, mindestens 1.000 Fragebögen aus Hessen zu erhalten, um möglichst repräsentative Zahlen ermitteln zu können. Deshalb: Bitte machen Sie mit! Tragen Sie einfach die beobachteten (vom Ansitz aus oder auch während einer Revierfahrt gesehenen) Wildarten in den Bogen ein. Ein Aufwand von wenigen Minuten, der aber eine große Wirkung für die Jagd in ganz Hessen hat.

Anfang März laufen bereits die ersten Hasentaxationen. Bitte denken Sie auch daran, gesehenes Raubwild in die Meldebögen einzutragen.

Download: WILD-Erfassungsbogen

Download: Erfassungsbogen FE 2019

Haben Sie Fragen zum Niederwildmonitoring in Hessen oder möchten Sie Ihr Revier als Referenzrevier für die Feldhasentaxation zur Verfügung stellen, melden Sie sich einfach telefonisch unter 06032/9361-0 oder per E-Mail an: info@ljv-hessen.de in der LJV-Geschäftsstelle.

Bitte leiten Sie diese E-Mail auch an Ihre Mitglieder weiter, damit die Beteiligung am Niederwildmonitoring so hoch wie möglich ist.

 

 

Herzliche Grüße und Waidmannsheil

Markus Stifter
Pressesprecher

Jubilare 2019

 

Aktuelle Termine           des KJV, DJV, LJV und der Unteren Jagdbehörde

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© KJV SLÜ

Neue Wege zu beschreiten, heißt auch offen dem Neuen gegenüber zu sein!