Kreisjagdverein Schlüchtern e.V.
Kreisjagdverein Schlüchtern e.V.

Grußworte zum 70-jährigen Bestehen des Hanauer Jagdklubs


Sehr verehrte Frau Steigerwald,

 

sehr geehrte Herrn Vorstände des Hanauer Jagdklubs,
sehr verehrte Ehrengäste,
sehr geehrte Familie Scheuerle,
meine sehr verehrten Damen und Herrn,


es ist mir eine Ehre und Freude, anlässlich Ihres 70-jährigen Jubiläums, die besten Grüße
des Vorstandes KJV-Schlüchtern übermitteln zu dürfen.


Als langjähriger Gast ihres Hoffestes habe ich viele angenehme Erinnerungen an das wunderbare Ambiente des Baiersröderhofes.
Das vom Hanauer Jagdklub jeweils gestaltete Tagesprogramm war immer interessant, ansprechend und kurzweilig.
Darüber hinaus hat das Hoffest den Rahmen geboten um Kontakte zu knüpfen oder bestehende Kontakte zu pflegen.
Die Jubiläumsveranstaltung zum 70-jährigen Bestehen des Hanauer Jagdklubs gibt Anlass über diese Zeitspanne zu resümieren und eine Einschätzung über die Zukunft der Jägerei zu geben.


„Der Optimismus siegte, am 03.11.1946 wurde der HJK gegründet“ ist auf ihrer Website zulesen.
Aus heutiger Sicht kaum mehr in Erinnerung ist die damalige Situation, dass erst ab Spätsommer 1948 deutsche Jäger vereinzelt wieder jagen durften.
Für die Dauer der Jagd wurden sie von der amerikanischen Besatzungsmacht mit Militärkarabinern und Munition ausgestattet.
In dieser Zeit hat die Landwirtschaft, mit den regional produzierten Produkten elementar dazu beigetragen, die „ausgebombte“ Stadtbevölkerung vor ärgstem Hunger zu bewahren.
Der ländliche Raum hatte damit eine hohe Bedeutung. Eigentum an Land- und Forstwirtschaft sowie der Jagdbetrieb waren für die allgemeine Bevölkerung wahrnehmbar, eng miteinander verbunden.
Über den Zeitraum der vergangenen 70 Jahre haben sich die Verhältnisse gründlich verändert.
Mit der Entwicklung, die landläufig als Wirtschaftswunder bezeichnet wurde, sind Wohlstand und eine zunehmende Urbanisierung der Bevölkerung eingetreten!

Die politischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse in unserem Land haben sich erheblich gewandelt.
Begriffe wie Wertewandel, Informationszeitalter, Industrie 4.0 oder auch Jäger 2.0 werden bei der Beschreibung dieser Entwicklung benutzt.
Die Landwirtschaft sowie die Jagd werden heute von einem Großteil der Bevölkerung nur noch aus einer „inhaltlichen Distanz“ wahrgenommen.
Die Bedingungen unter denen Landwirtschaft, Landschaftspflege aber auch Jagdbetrieb arbeiten sind vielen Mitbürgern nicht hinreichend bekannt.
Die moderne Öffentlichkeit lebt und versteht nur noch „Natur light“.
Ich meine damit, dass die „aufregende Solidarität“ mit Wolf, Wildkatze, Luchs und Co. als Naturverbundenheit wahrgenommen wird.
Jedoch fehlen Verständnis und Kenntnis über die biologischen und ökologischen Gesamtzusammenhänge.
Die Rechtfertigung der Jagd ist heute wichtiger denn je!
Hierbei gilt es zu bedenken, dass es eine breite gut aufgestellte und finanzkräftige Szene aus Naturschutz und Politik (z. B.: BUND, NABU, die Grünen) gibt, die der Jagd, mit ganz erheblicher Kritik entgegentritt und ihren Bestand gefährdet!
Die Meinung gewinnt an Boden, man brauche keine Jäger, sondern „Wildmanager“ und die Ableitung des Jagdrechts aus dem Eigentum sei überholt.
Hier wird deutlich, dass wir Jäger heute der Öffentlichkeitsarbeit erheblich mehr Aufmerksamkeit schenken müssen als bisher:
· Wir haben Veranlassung, unsere Jagd und einzelne Jagdmethoden gerade im Lichte der Kritik offen und reformwillig zu betrachten und
· Das Argument, „ohne Jagd kein Wild“, kommt bei der überwiegend urbanisierten Bevölkerung nicht an; es ist erklärungsbedürftig und überfordert den naturfernen Bürger.
· Demgegenüber erklären Naturschützer, Wildbestände würden sich selbst regulieren!

Wie wir Jäger wissen, ist das ein törichtes Argument.

 

Ein Argument hört man leider nie:
„Die Jagd ist ein direkter Ausdruck der Sozialbindung des Grundeigentums in unserer Verfassung!“
Der Jäger „dient dem Wohle der Allgemeinheit“ nach Art. 14 GG: „(2) Eigentum verpflichtet.
Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen!“

 

Wenn wir dafür Sorge tragen, dass „ein gesunder und artenreicher Wildbestand unseres heimischen Wildes erhalten bleibt, dann erfüllen wir auch Art. 14 GG.
Meine sehr verehrten Damen und Herrn, meinen Ausführungen dienen dem Ziel deutlich zu machen, dass wir vor 70 Jahren ebenso
auf die Jagd gegangen sind wie auch heute auf die Jagd gehen.
Dennoch sind die Bedingungen unter denen die Jagd ausgeübt wird ganz andere wie vor 70 Jahren.
Auch die Motive der Jäger sind ganz andere wie vor 70 Jahren!
Der Freizeitgedanke steht bei vielen Jägern im Vordergrund.
Die Verpflichtung gegenüber den Jagdrechtsinhabern wird häufig als „Last“ empfunden!
Die Aufgabenstellungen und Zielsetzungen der jagdlichen Organisationen sind im Hinblick auf den stetigen Wandel in unserer Gesellschaft immer wieder zu überprüfen und ggf. anzupassen!


Ich hoffe in diesem Zusammenhang sehr, dass mein Optimismus siegt, so wie der Optimismus ihrer Klubgründer siegte, und die Kreisjagdvereine GN, SLÜ sowie Hanauer Jagdklub sich, in absehbarer Zeit, zu einem Jagdverein MKK zusammenschließen!
Die dazu notwendige Vorarbeit, insbesondere Überzeugungsarbeit steht uns bevor!
Es bedarf der Entschlossenheit, der Objektivität und der Sachlichkeit der Akteure, um zum Vorteil aller derzeit bestehenden Organisationen, die richtigen Lösungswege zu finden.


Dem Hanauer Jagdklub wünsche ich in diesem Sinn eine gute und erfolgreiche Zukunft und für das heutige Festprogramm einen erfolgreichen Ablauf.

 

Kreisjagdverein Schlüchtern

1. Vorsitzender Hans-Peter Fuß
Stand: Montag, 8. Juni 2016

Jubilare 2018

 

Aktuelle Termine           des KJV, DJV, LJV und der Unteren Jagdbehörde

 

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© Jürgen A. Schmidt

Neue Wege zu beschreiten, heißt auch offen dem Neuen gegenüber zu sein!